Ein zweiter Museumshafen ???

  • :thumbdown: : In der HafenCity Zeitung Seite 12 kommt erneut der Vorschlag hoch einen zweiten Museumshafen im Grasbrookhafen zu bauen. Begründung ist primär die Einsparung des Betriebes der Sandtorhafenklappbrücke und die wohl berechtigte Annahme, daß sich eine privatwirtschaftlich betriebene Marina im Grasbrookhafen nie rechnen wird. Ich halte diesen Vorschlag aus folgenden Gründen für nicht akzeptabel:
    - der Museumshafen wäre nach Umzug der Segler völlig verwaist und damit langweilig,
    - der schöne und teuere Ponton im Museumshafen würde sich als große Fehlinvestition herausstellen,
    - die Stadt müßte eine weitere Großinvestition im Grasbrookhafen vornehmen, diese würde sich nie rechnen und das auch noch bei den leeren Kassen, ein Sturm der Entrüstung wäre zu erwarten,
    - statt der Marina im Grasbrookhafen sollte über andere Nutzungskonzepte, wie z.B. ein schwimmendes Restaurant mit Veranstaltungsräumen nachgedacht werden
    Ich kann nur empfehlen sich an der geplanten Unterschriftsaktion nicht zu beteiligen.

  • Auch wir empfinden die Unterschriftenaktion der HafenCity-News als wenig durchdacht und eher dem Populismus geschuldet!


    Gegen die Aktion sprechen folgende Gr?nde:


    * Die Marina im Grasbrookhafen wird gebaut! Es ist lediglich eine Frage der Zeit. Nach der vorgezogenen B?rgerschaftswahl m?ssen sich die Entscheidungsprozesse in der Politik neu organisieren. Keine einfache Aufgabe f?r die HCH.


    * Die Marina wird sich rechnen! Es stehen Investoren bereit, die lieber heute als morgen anfangen w?rden. Das Thema Ausbaggerung ist Verhandlungssache - es geht um ca. 7mio Euro. Der Kostentreiber ist die Entsorgung des hochbelasteten Schlicks. Die Infrastruktur, also WCs, Duschen und Hafenmeisterb?ro sind bereits im Bau. Das Restaurant und der Club wird von der 'Gastro-Consult' betrieben werden (Stichworte: Chilli-Club, East- Hotel, etc.)


    * Der Traditionsschiffhafen wird bleiben! Die privaten und insbesondere die kommerziellen Anlieger (Messmer, Neumann, Gaastra, etc.) haben kein Interesse auf einen sterbenden / kastrierten Hafen zu schauen und die Wertminderung ihres Investments hinzunehmen.


    * Eine Klappbr?cke mit Segelschiffdurchfahrt ist eine spektakuläre Attraktion auf dem Weg zur Elbphilharmonie - genauso wie die einmalige Anreise per Barkasse zum König der Löwen Theater auf der südlichen Elbseite. Warum dies einfach aufgeben?


    Also, bitte nicht an der Unterschriftenaktion teilnehmen!

  • Diesen Argumenten gibt es wenig anzufügen und ich möchte mich der Bitte anschließen, die Unterschriftensammlung zu ignorieren. :thumbdown:


    Vielleicht ist es aber ein guter Denkanstoss an einige Einzelnen, welche immer wieder mit Klagen und Verfügungen den Betrieb des Traditionshafens erschweren, dem Ganzen etwas offener gegenüber zu stehen.


    Die Alternative wäre, wie oben beschrieben, ein paar öde Betonpotons ohne Leben und ein damit einhergehender Wertverlust von Investitionen. :huh:


    Viele Grüsse!
    Marcus

  • (...)
    * Die Marina wird sich rechnen! Es stehen Investoren bereit, die lieber heute als morgen anfangen w?rden. Das Thema Ausbaggerung ist Verhandlungssache - es geht um ca. 7mio Euro. Der Kostentreiber ist die Entsorgung des hochbelasteten Schlicks. Die Infrastruktur, also WCs, Duschen und Hafenmeisterb?ro sind bereits im Bau. Das Restaurant und der Club wird von der 'Gastro-Consult' betrieben werden (Stichworte: Chilli-Club, East- Hotel, etc.)


    * Der Traditionsschiffhafen wird bleiben! Die privaten und insbesondere die kommerziellen Anlieger (Messmer, Neumann, Gaastra, etc.) haben kein Interesse auf einen sterbenden / kastrierten Hafen zu schauen und die Wertminderung ihres Investments hinzunehmen.


    (...)


    Alles richtig, ich bin auch gegen die U-Aktion, aber wie begnet man den beiden Problemen,


    - dass sich die Marina NICHT rechnen wird und kann. (Ich selbst arbeite mit marinabetreibern in DE und CRO zusammen und kenne die Parameter), und
    - das man - so habe ich gelesen - die Klappbrücke nicht öffnen wird, wenn in der der EP voll gespielt wird wegen dem rettungsweg?! Womit wir wieder beim verkehrskonzept wären.

  • Liebe Nachbar(inne)n,


    die Zeit ist reif, daß dieses Thema mal wieder angeschoben wird. Nähert sich doch das Areal um den Grasbrookhafen (bis auf die beiden noch zu bauenden Türme) mit der Fertigstellung der "Sansibar"dem Bauende und einer entsprechenden Nutzung mit dem Bedarf einer Sportbootmarina.


    HafenCity - News hat dies auch erkannt. Dort fiel mir jetzt folgender Artikel auf: Marina, Marina, Marina


    Dieser Artikel reiht sich in die immer wieder von Michael Klessmann geäußerten Zweifel an der Sinnhaftigkeit einer Sportbootmarina im Grasbrookhafen ein. Die sogenannte "Betriebswirtschaftliche Sicht" legt willkürlich eine Reihe von Annahmen und Randbedingungen fest, unter denen kein wirtschaftlicher Betrieb möglich wäre. Der Öffentlichkeit soll offensichtlich langsam daran gewöhnt werden, daß:


    • Die Marina Unsinn ist,
    • Der Traditionsschiffhafen im Sandtorhafen eine Fehlplanung ist,
    • Das Verkehrskonzept rund um die Elbphilharmonie scheitert.


    Was denkt ihr? Gibt es hier Leute, die sich besser auskennen?

  • ?( Ich befürchte, daß die sicherlich grobe Rechnung von Herr Klessmann bezüglich der marina keineswegs unrealistisch und schon gar nicht zu pessimistisch ist. Auch der Vergleich zu den existierenden marinas im Hamburger Umfeld zeigt, daß sich die marina im Grasbrookhafen nie rechnet. Ich frage mich auch, wo die angeblichen Interessenten sind. Die schlechteste aller Lösungen wäre nun sicherlich die Verlagerung des Traditionshafen im Sandtor. Der Grasbrookhafen, sowohl für Hamburg wie auch für die zahlreichen Touristen von größtem Interesse, sollte einer anderen Nutzung zugeführt werden, z.B. eine schwimmende Insel mit Restaurants und/oder kulturellen Einrichtungen. Setzt kreative Leute an dieses Thema, dann wird sicherlich eine Lösung herauskommen, die besser ist als eine finanziell schwachbrüstige marina.

  • Ein zweiter Traditionsschiffhafen ist weder günstiger im Bau noch wirtschaftlicher im Betrieb als eine Marina. Dieser Ansatz lässt vorwiegend persönliche, bestenfalls populistische Beweggründe vermuten. Die damit verbundene Unterschriftenaktion bestärkt meine Vermutung.


    Es stimmt, dass Planung und Betrieb einer Marina ein komplexes Unterfangen ist. Verschiedene Betreiber entlang der Küste haben mit ähnlichen Milchmädchenrechnungen, wie der hier mehrfach zitierten, für ihre Yachthäfen zu kämpfen. Und das mit mäßigem Erfolg.


    Das erinnert an den Hobbygastronom, dessen Lebenstraum einer eigenen Kneipe, eines Cafés, oder eines Restaurants sich nach überschaubarer Zeit als so vergänglich erweist - wie sein eigenes Wissen über diese Branche.


    Eine Marina muss deutlich mehr sein, als ein Liegeplatz für Boote. Jedes Nutzungskonzept, dass nicht weiter denkt, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. ?Auch eine Tankstelle verdient am Benzingeschäft kaum etwas...


    Aus eigener internationaler Erfahrung kenne ich eine Vielzahl kommerziell erfolgreich umgesetzter Konzepte, die zeigen, dass ein Yachthafen durchaus lukrativ für Investoren sein kann.


    Mit Weitsicht geplant, ist eine Marina am Grasbrookhafen darüber hinaus attraktiv für die Hansestadt Hamburg und ihre Gäste, sowie ein weiteres Highlight für die Anwohner und Besucher der HafenCity.
    Ganz anders als ein leeres Hafenbecken.[/size][/font]