Sandtor-Brücke wird Mahatma-Gandhi-Bru?cke - Skandal.

  • Die Stadt will die Sandtorhafen-Klappbrücke umbenennen


    Hier der Link zu dem Bericht bzw. ein Auszug:


    "Der Senat hat am 16. Mai 2011 die nachstehend beschriebenen Verkehrsflächen wie folgt benannt:
    im Bezirk Hamburg-Mitte Stadtteil HafenCity – Ortsteil 103 – die etwa 80 m lange, von der Straße Am Kaiserkai – in Höhe des nach Norden schwenkenden Westteils der Straße – nach Norden u?ber den Sandtorhafen fu?hrende und in die Straße Am Sandtorkai - su?dlich des Kreisverkehrs – einmu?ndende, bisher inoffiziell als sogenannte „Sandtorhafenklappbru?cke“ bezeichnete, seit langem vorhandene Bru?cke als Mahatma-Gandhi-Bru?cke."


    Keine Frage, Ghandi ist eine bedeutende Persönlichkeit der Neuzeit gewesen - aber wo ist der Bezug zu Hamburg, zum Hafen, zur HC, der EP. Skandalös aus der Sicht der Stiftung Maritim bzw. des Museumshafens - für mich ein Schlag ins Gesicht für den Hafen, die Stiftung. Bauwerke wie diese Brücke mit einem sehr hohen Bekanntheitsgrad (der stetig wachsen wird mit der EP) können und sollten auf die großen Denker Hamburgs hinweisen, insbesondere diese. Reeder, die für den Wohlstand Hamburgs den grundstein gelegt haben udn sich sozial engagierten, Persönlichkeiten, des Hafenlebens - es gibt hier genug beeidnruckende Geschichten und Geschichte, da hätte die Stiftung maritim sicher was beitragen können. Auch ein Bezug zur Kunst (Musik) durch die EP wäre angebracht...


    Es erscheint mir schlichtweg dumm, was hier passiert. Manchesmal tut es mir weh, wie hirnlos agiert wird! Was tut die Hafencity Hamburg GmbH? Es kann doch nicht im Sinne der Ideengeber sein, dass nach Übergabe an die Stadt sowas passiert...?

  • Also in der Tat muss man sich über einige Namensgebungen wundern (siehe auch Daressalam-Platz). Offenbar ist die Prämisse, auf jeden Fall Internationalität in die HC zu bringen, und dann schießt man offenbar oft über das Ziel hinaus... Eine öffentliche Anhörung bzw. eine Unterbreitung von Namensvorschlägen VOR einer Namensvergabe wäre wohl ein berechtigter demokratischer Wunsch für die "betroffene Gemeinde"...!!?



    Trotz allem würde ich dieses Thema nun auch nicht überbewerten, da vermutlich im Volksmund weiterhin die "Sandtorhafenbrücke" gängige Sprachregelung bleiben wird (sofern all diese Namen für die meisten überhaupt einen Erinnerungswert haben) .... :| Und vielleicht überlegt sich Hamburg-Mitte ja doch noch einen Namen mit mehr Bezug zum Hafen und zur EP.....?!

  • ok, dann machen wir doch mal ein paar Gegenvorschläge:


    kurz und knapp, mit Musik- und Hamburg-Bezug
    Brahms-Brücke


    oder, wenn es dann mit Vor- und Zunamen sein soll


    Jan-Delay-Brücke

  • oder auch


    LOTTO-KING-KARL-UND-DIE-BARMBEK-DREAM-BOYS-BRÜCKE. 8)


    Das wäre wenigsten etwas umständlich zu schreiben... So wie die Entscheidungsträger es offenbar gern haben.... :wacko:

  • Da jeglicher Bezug fehlt, ist Ghandi wirklich eine sehr schlechte Wahl.


    Hier ein weiterer Vorschlag (mit Bezug zum Ort der Brücke):


    Klaus Störtebeker
    Seeräuber, enthauptet auf dem Hamburger Grasbrook


    und noch einer:


    Felix Mendelssohn Bartholdy
    (1809 in HH – 1847), Komponist der Romantik

  • Mir geht generell auf den Keks, wie mit den historischen Orten und deren Namen umgegangen wird.


    Angefangen mit dem Unwort "HafenCity": Der Ort, auf dem wir wohnen, ist der Grasbrook. Leider benutzt fast niemand diesen Namen, obwohl es doch in anderen Stadtteilen Hamburgs auch funktioniert. Auf der Uhle, auf St. Pauli, in Hammerbrook usw.


    Die Osakaallee hieß immer schon "Am Magdeburger Hafen". Wieso muß immer an allem rumgefingert werden? Damit wir so schön international wirken? Hamburg ist das Tor zur Welt...ja, halt nur das Tor, und da helfen diese verkrampften Aktionen auch nicht weiter.


    Die Stadt beraubt sich mit jedem Abriß von historischer Bausubstanz, jedem Auschlachten von alten Gebäuden, der schleichenden Umwandlung der Speicher in Luxusgalerien, Freßtempeln etc. und mit der Umbenennung der historischen Namen von Straßen und Orten seiner Identität.

  • Dem möchte ich unumwunden beipflichten. Der Begriff Hafencity ist ganz entsetzlich, wie von einer billigen Werbeagentur kreiert. Irgendwann in 50 Jahren, wenn man über denglisch nur noch lacht, wäre man froh, wenn das Areal Brookstadt o.ä. hieße, weil Hafencity dann nur noch peinlich wirken wird. Man sollte das den alten Männern entreißen, die glauben, mit denglisch voll "trendy" zu sein und die Benamsung Profis an die Hand geben.


    Und ich finde ein wenig internationalen Flair bei einigen neu geschaffenen Straßen durchaus überlegenswert. Sofern es sich um Hafenstädte, Partnerstädte oder Städte mit engen Handelsbeziehungen zu HH handelt. Aber Gandhi... in allen Ehren, das ist so verkrampft eventy wie unser Riesenrad und dabei noch fürchterlich aufgesetzt political correct.... Unduchdacht, fahrlässig, durchschaubar, rücksichtslos, klientelorientiert....Politik halt!

  • Die Benennung HafenCity finde ich ok, sie weist daraufhin, daß etwas prinzipiell Neues entsteht das bislang auf dem Grasbrook nie bestand. Außerdem ist die HafenCity nicht nur auf die frühere Fläche vom Grasbrook beschränkt. Die Umbennung der Brücke finde ich allerdings mehr als bedauerlich, hier sollte immer ein Bezug auf bekannte Hamburger Persönlichkeiten, die allerdings auch international bekannt sein sollten, gegeben sein. Gandhi hat bei aller Liebe nichts mit Hamburg zu tun.

  • Die Benennung HafenCity finde ich ok, sie weist daraufhin, daß etwas prinzipiell Neues entsteht das bislang auf dem Grasbrook nie bestand. Außerdem ist die HafenCity nicht nur auf die frühere Fläche vom Grasbrook beschränkt. Die Umbennung der Brücke finde ich allerdings mehr als bedauerlich, hier sollte immer ein Bezug auf bekannte Hamburger Persönlichkeiten, die allerdings auch international bekannt sein sollten, gegeben sein. Gandhi hat bei aller Liebe nichts mit Hamburg zu tun.

    Ich habe kein Problem mit dem Begriff "Hafen", sehr wohl aber mit dem Begriff "City". Das ist fiesestes, primitives denglish.

  • Geschäftsführer, DV-Leiter, Amt für Strom- und Hafenbau


    Ich weiß auch nicht, wer mit dem Schwachsinn angefangen hat.

  • Und ich entdecke auch durchaus gewisse Trends zurück. Es sind nicht mehr alle so versessen auf englisch oder denglisch, weils vermeintlich modern klingt. So langsam sind die krampfhaften denglisch-Reder ("Ich bin mal out for lunch" und am besten Douglas mit "Come in and find out") die Unmodernen mit Fremdschäm- und Lächerlichkeitsfaktor.


    Gewisse Eindeutschungen wird es natürlich immer und hat es immer gegeben (Picknick). Genauso umgekehrt (Weltschmerz). Sprache lebt. Aber "Hafencity" finde ich ganz schwierig und so unnötig. Da hätten sich ganz viele Hamburger oder sogar plattdütsche Begriffe angeboten. Hafencity klingt so verkrampft und gewollt Metropole, ist dabei aber so unfassbar unoriginell. Schade, eine tolle Chance vertan.


    Bitte nun (um bei der Brücke zu bleiben) nicht nochmal unnötig wiederholen.